Beikost-Plan – Schritte von der Beikost zur Familienkost

Beikost einführen - Breie

Die Beikostzeit beginnt – Ernährung im 1. Lebensjahr

Hier erfahren Sie, wann Sie mit der Einführung der Beikost beginnen können und welche Breie dafür geeignet sind.
In der Regel ist es so, dass Babys nach dem vollendeten 4. Lebensmonat fähig sind, Nahrung aufzunehmen und diese nicht mehr reflexartig ausspucken. Zudem können die Babys zu dieser Zeit allein ihr Köpfchen halten und somit die Breinahrung auch schlucken. Ob Ihr Baby bereit ist für das erste Essen, merken Sie zum Beispiel an dem aufmerksamen Beobachten, was Mama und Papa essen. Vielleicht zeigt Ihr Kind bereits auf Lebensmittel und steckt seine Fingerchen in den Mund. Lassen Sie Ihr Bauchgefühl entscheiden.

Inhaltsüberblick

  1. Wann können wir mit der Beikosteinführung beginnen?
  2. Welche Beikost in Form von Baby-Breien können wir unserem Kind geben?
  3. Was sind generell ungeeignete Lebensmittel im 1. Lebensjahr?
  4. Informationen zu spezifischen Lebensmitteln

Wann können wir mir der Beikosteinführung beginnen?

Der Ernährungsplan für das 1. Lebensjahr des Kindes, erstellt vom FKE (Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund [www.fke-do.de]), ist zentraler Bestandteil der Ernährungsinformation zur Säuglingsernährung in Deutschland. Entstanden ist dieser auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, wobei das FKE mit Forschungsverbünden und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammenarbeit. Er empfiehlt in den ersten 4 Monaten eine komplette Milchernährung (ideal ist Stillen). Nach vollendetem 4. Lebensmonat (und spätestens nach dem 6. Monat) kann erstmals ein Brei (Start Gemüse-Brei, dann Gemüse-Kartoffel-Brei, bis zum Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei) angeboten werden. Dieser bildet die warme Mahlzeit, zum Beispiel das Mittagessen und ersetzt damit eine Milchmahlzeit. Ab dem vollendeten 5. Lebensmonat kann ein Milch-Getreide-Brei angeboten werden, welcher eine weitere Milchmahlzeit ersetzt. So kann er zum Frühstück oder auch zum Abendessen statt oder ergänzend zur Milchmahlzeit gereicht werden. Nach dem vollendeten 6. Lebensmonat kann ein Obst-Getreide-Brei als eine, später als zwei, Zwischenmahlzeit(en) eine/zwei weitere Milchmahlzeit(en) ersetzen. Schließlich kann mit dem Beginn des 10. Lebensmonats nach und nach die Familienkost eingeführt werden.

Die folgende Abbildung gibt einen Überblick:

Beikosteinführung im 1. Lebensjahr

Welche Beikost in Form von Baby-Breien können wir unserem Kind geben?

Stufe 1: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei nach dem 4.(6.) Monat

Nach dem 4. Lebensmonat kann der erste Brei gereicht werden. Eine Milchmahlzeit wird dann durch einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei ersetzt. Dabei sollte mit einem einfachen Gemüse-Brei begonnen werden und nach und nach um Stärke und Fleisch ergänzt werden.

Für erste Gemüse-Breie eignen sich Karotten, Kartoffeln und Pastinaken. Jedem Brei sollte ein wenig Öl (zum Beispiel Rapsöl) hinzugefügt werden, auf Gewürze ist hingegen zu verzichten. Die Breie werden dem Baby gut püriert und in angemessener Temperatur (eher lauwarm) gereicht. Nach Kartoffeln können dem Brei auch zarte Getreideflocken oder feiner Grieß hinzugefügt werden.

Isst das Kind den Gemüsebrei, kann anschließend Fleisch (zum Beispiel mageres Rindfleisch oder Hühnchen) gut püriert hinzugefügt werden. Auch Fisch (ideal ist Meeresfisch aufgrund des Jodgehalts) kann dem Brei anschließend beigemischt werden.

Mit dem ersten Brei erhält das Kind Eisen, Zink, Jod, essentielle Fettsäuren und Vitamine.

Rezepte für Babys ab dem 4. Lebensmonat

Lassen Sie sich inspirieren und finden Sie für die 1. Stufe der Beikosteinführung leckere und bewährte Rezepte. Für Ihr Baby ist sicher ein passender Brei dabei.

Stufe 2: Milch-Getreide-Brei nach dem 5.(7.) Monat

Einen Monat später folgt der Milch-Getreide-Brei, welcher eine zweite Milchmahlzeit ersetzt. Verwendet werden kann Vollmilch von der Kuh, in welche feine Getreideflocken eingerührt werden. Für die Zubereitung des Breis können bis maximal 200 ml Milch verwendet werden. Verschiedene Hersteller von Babynahrung bieten fein gemahlene Getreideflocken an, die einfach mit gekochter Milch angerührt werden können. Ansonst werden die Getreideflocken oder der Grieß in der Milch gekocht bis alles weich ist. Als Ergänzung sollte dem Brei ein wenig frischer Obstsaft oder auch gemustes frisches Obst zugefügt werden. Verzichten Sie auf Zucker oder sonstige Zusätze!

Mit diesem Brei erhält Ihr Kind Mineralstoffe und B-Vitamine.

Rezepte für Babys ab dem 5. Lebensmonat

Lassen Sie sich inspirieren und finden Sie auch für die 2. Stufe der Beikosteinführung leckere und bewährte Rezepte. Für Ihr Baby ist sicher ein passender Brei dabei.

Unser Beitrag Milch-Getreide-Brei isst mein Kleinkind zum Frühstück? widmet sich voll und ganz dem Milch-Getreide-Brei. Dort sehen Sie neben ausführlichen Informationen auch 6 konkrete Produktvorschläge.

Stufe 3: Getreide-Obst-Brei nach dem 6.(8.) Monat

Einen weiteren Monat später können Sie den Getreide-Obst-Brei einführen, welcher als Zwischenmahlzeit eine weitere Milchmahlzeit ersetzt. Die Getreideflocken werden hierfür in Wasser aufgekocht oder, je nach Sorte, in kochendes Wasser eingerührt. Als Obstkomponente verwenden Sie frischen Obstsaft oder frisches gemustes Obst und geben dem Brei abschließend ein wenig Öl (Rapsöl oder Beikostöl) hinzu.

Mit diesem Brei bekommt Ihr Kind weitere Vitamine und Mineralstoffe.

Rezepte für Babys ab dem 7. Monat

Lassen Sie sich inspirieren und finden Sie auch für die 3. Stufe der Beikosteinführung leckere und bewährte Rezepte. Für Ihr Baby ist sicher ein passender Brei dabei.

Stufe 4: Einführung Familienkost nach dem 9. Monat

Nach dem vollendeten 9. Monat können Sie beginnen, Ihr Kind an die Familienkost heranzuführen. Die Breimahlzteiten werden nach und nach durch Familienkost ersetzt. Der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei wird zum normalen Mittagessen. Es ist darauf zu achten, dass das Kind die Speisen kauen und schlucken kann. Demnach sollte Fleisch klein geschnitten und weich sein und das Gemüse wie auch Kartoffeln und Getreide zerdrückt oder stückig und weich. Nach wie vor vorischtig würzen. Nehmen Sie statt dessen mehr Kräuter.

Der Milch-Getreide-Brei ehemals abends oder morgens gegeben und eine ehemalige Milchmahlzeit werden zu Frühstück und Abendessen. Beispielsweise kann morgens der Milch-Getreide-Brei in ein Müsli mit Früchten übergehen. und zum Abend reichen Sie Brot mit Butter, weiches Obst oder Gemüse (fein geraspelt) und Milch.

Statt des Getreide-Obst-Breis können Sie nun Brot und weiches zerdrücktes Obst als Zwischenmahlzeit vormittags und nachmittags reichen. Später, etwa nach dem 1. Lebensjahr, können Sie auch das Brot bzw. den Getreideanteil in der Zwischenmahlzeit weglassen und so frisches Obst reichen.

Als Brot verwenden Sie fein gemahlenes Vollkornbrot, damit das Kind sich nicht an etwaigen Körnern verschlucken kann. Zudem lässt es sich besser einspeicheln. Verzichten Sie allgemein auf harte stückige Lebensmittel. Diese kann Ihr Kind noch nicht kauen.

Was sind generell ungeeignete Lebensmittel im 1. Lebensjahr?

Es gibt Lebensmittel, die Ihr Kind im ersten Lebensjahr eher nicht zu sich nehmen sollte. Dazu zählen

  • Honig (kann gesundheitsgefährdende Keime enthalten)
  • Zucker und sonstige Süßungsmittel (verursachen Karies und das Kind gewöhnt sich daran)
  • Zu viel Salz und scharfe Gewürze
  • Kohlgemüse, Hülsenfrüchte (verursacht unliebsame Blähungen und Bauchschmerzen)
  • Rohmilch oder Vorzugsmilch, Kuhmilch zum Trinken (Milch ist bereits im Milch-Getreide-Brei enthalten)
  • Quark, Joghurt, Käse (besitzen sehr viel Eiweiß und belasten die Nieren des Babys)

Informationen zu spezifischen Lebensmitteln

Von Beginn an gehört Öl (Beikostöl oder Rapsöl) in den Babybrei. Damit werden fettlösliche Vitamine gelöst und das Baby wird mit Omega-3-Fettsäuren versorgt, die für die geistige Entwicklung unabdingbar sind.

In den Getreidebrei gehört Obst(saft). Er versorgt Babys mit Vitaminen und verbessert unter anderem die Eisenaufnahme aus den planzlichen Lebensmitteln.

Die ideale Fleischmenge im Mittagsbrei liegt bei 20g-30g. Um mit dieser kleinen Menge umgehen zu können, empfiehlt es sich ein größeres Stück Fleisch zu kochen und zu pürieren und es danach in Eiswürfelbereitern zu portionieren und einzufrieren. Nach Bedarf können dann einzelne Portionen entnommen werden.

Nach dem vollendeten 6. Monat können Sie Ihrem Kind gern Ei und Fisch (20g-30g pro Woche) geben.

Nach dem vollendeten 5. Monat und mit der Einführung des Milch-Getreide-Breis, ist Milch erlaubt. Achten Sie aber auf die Menge. Ca. 200 ml Milch am Tag sind in Ordnung.

Nitrathaltiges Gemüse z.B. (Spinat, Mangold, Rote Bete, Weißkohl, Wirsing, Rucola, Rettich) in Maßen füttern. Nitrat wird im Körper oder bereits bei unsachgemäßer Lagerung in Nitrit umgewandelt. Dieses wird wiederum in Nitrosamine umgewandelt, welche als wahrscheinlich krebserregend eingestuft sind. Die von der WHO bestimmte tolerierbare Nitratmenge beträgt 0mg-3,7mg je Kilogramm Körpergewicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt generell eine Nitrat-arme Ernährung, jedoch keinen Verzicht auf entsprechende Gemüsesorten. Vielmehr ist eine gute Mischkost und Ausgewogenheit zu achten.

Bevorzugen Sie Biolebensmittel und saisonale Produkte.

Muttermilch solange wie möglich geben. Die Zusammensetzung ist für das Baby optimal und an seine Nährstoffbedürfnisse angepasst. Zudem ist sie hygienisch einwandfrei. Es tut Ihrem Kind gut!


Die Angaben in diesem Text beziehen sich auf Veröffentlichen und Erkenntnisse wissenschaftlicher Institute und literarischer Werke. Finden Sie hier weiterführende Informationen:

Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund: Webseite

Bundesinstitut für Risikobewertung: Webseite

Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Webseite

Empfehlenswerte Literatur:

Nolte, S., Nolden, A. (2013): Das große Buc für Babys erstes Jahr, GU Verlag München

Ilburg, A. (2014): Die besten Breie für ihr Baby, Trias Verlag Stuttgart

 


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